Wolf Singer’s Entsorgung des Ich - l
Den nachstehenden Text aus dem Februar 2005 habe ich ein Jahr lang vergeblich in einer Zeitschrift unterzubringen gesucht. Den naturwissenschaftlichen Fachblättern war er ‘nicht fachlich genug’, den kulturwissenschaftlichen Blättern war er ‘zu fachlich’. Der fach-übergreifenden Zeitschrift Gehirn & Geist, die „Das Manifest“ veröffentlicht hatte und für die er gedacht war, war er gar…
‘nicht populär genug’!
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Die Spatzen brüllen es vom Dach: Die Hirnforschung hat uns eine Revolution beschert. Die Freiheit des Willens ist widerlegt, das Ich liegt bei den Akten. Ein neues Menschenbild? betitelt ihr Wortführer sein jüngstes Buch.
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Spontaneität…
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Lange sah es aus, als sei die Hirnforschung im Begriff, auf empirischen Wegen im menschlichen Erkennen den Vorrang des Subjektiven vor dem Objektiven nachzuweisen, den Kant und seine Anhänger immer behauptet hatten. Denn ‚empfangen’ würden von unserm Gehirn, so heißt es, immer nur einzelne Sinnesreize. Diese zu einer bedeutungsvollen Einheit
zusammenzufassen, sei dessen eigne Leistung, die den Sinnesreizen gewissermaßen ‚vorausgeht’. „Einzelne Neurone repräsentieren durch den Grad ihrer Aktivierung lediglich elementare Objektmerkmale, keine komplexe Merkmalskonstellationen”, schreibt Wolf Singer.[1] “Jede Zelle interagiert mit etwa zwanzig bis dreißigtausend anderen.[2] Die Information über komplexe Objekte wird im Gehirn in jedem Fall arbeitsteilig durch sehr viele Neurone analysiert, von denen jedes durch seine Aktivierung jeweils nur einen relativ kleinen Teilaspekt der Objektbeschaffenheit kodiert. Diese jeweils für ein Merkmal zuständigen Neurone [sind] nicht etwa in einem eingegrenzten Hirnareal aufzufinden, sondern über ausgedehnte Hirnareale verteilt. Objekte [werden] nicht durch die Aktivität einzelner oder sehr weniger Neurone in der Hirnrinde repräsentiert, sondern durch ausgedehnte und über weite Bereiche verteilte Neuronenverbände - sogenannte Assemblies.“[3]
Das bedeute, „dass die Verschaltungsarchitektur eine ganz wesentliche Determinante für Hirnfunktionen [ist]. Hier liegen die meisten Freiheitsgrade, da die Funktionen einzelner Nervenzellen recht stereotyp sind.[4] Die Spezifizität der Hirnfunktionen beruht ausschließlich auf der Architektur der Verbindungen zwischen Nervenzellen. Das Programm [des Gehirns] residiert praktisch in dieser Architektur der Verbindungen und in deren Gewichtung, die in den Grundzügen genetisch vorgegeben wird. Sie speichert gewissermaßen die während der phylogenetischen Entwicklung gewonnene Erfahrung über das Sosein der Welt.[5] Wir kommen mit erheblichem Vorwissen über die Welt in diese.” [6]
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Dieses Vorwissen über die Welt ist nicht positiv als ‚Information’ kodiert, sondern problematisch: “Vom nur teilweise vorgefertigten Gehirn wird also eine Vielzahl von Fragen an die Welt gestellt, deren Beantwortung zu Strukturänderungen führt. Das Gehirn interpretiert.”[7] Daraus folgt, “dass Wahrnehmung nicht als passive Abbildung von Wirklichkeit verstanden werden darf, sondern als das Ergebnis eines außerordentlich aktiven, konstruktivistischen Prozesses gesehen werden muss, bei dem das Gehirn die Initiative hat.[8] Das Gehirn ist nie
ruhig, sondern generiert ständig hochkomplexe Erregungsmuster, auch wenn Außenreize fehlen.[9] [Es] bildet ständig Hypothesen darüber, wie die Welt sein sollte, und vergleicht die Signale von den Sinnesorganen mit diesen Hypothesen. Finden sich die Hypothesen bestätigt, erfolgt die Wahrnehmung nach sehr kurzen Verarbeitungszeiten. Treffen sie nicht zu, muss das Gehirn seine Hypothesen korrigieren, was die Reaktionszeiten verlängert.”[10]
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Der alte Streit zwischen Idealismus und Realismus wäre empirisch endgültig entschieden: ‚Wahr’nehmen ist nicht aufnehmen, sondern ein “Verifizieren vorausgeträumter Hypothesen”.[11] Die apriorische Synthesis, die die neuronalen Signale zu einer sinnvollen Wahrnehmung ‚bedeutet’, “ist ein Actus der Spontaneität der Vorstellungskraft”, der “nicht durch Objekte gegeben, sondern nur vom Subjekte her verrichtet werden kann”, hieß es in der Kritik der reinen Vernunft.[12]
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…und Spiel.
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Der Subjektivismus des Hirnforschers geht noch weiter. Das Subjekt ‚erkennt’ nämlich nicht bloß aktiv, aber gesetzmäßig; sondern es macht seine Tatsachenfeststellungen von apriorischen Wertzuschreibungen abhängig. Was immer ‚erscheint’, wird “natürlichen Bewertungsprozessen unterworfen”, die “Veränderungen nur dann zulassen, wenn das Gesamthirn befunden hat, dass die jeweils zur Verarbeitung gelangten Aktivitätsmuster bedeutsam sind. Diese Bewertung wird von Zentren im limbischen System vorgenommen. Das Bewertungsergebnis wird den über die gesamte Hirnrinde verteilten Verarbeitungszentren über Nervenbahnen und spezielle chemische Überträgerstoffe, sogenannte Neuromodulatoren, mitgeteilt.” Etwa achtzig Prozent der synaptischen Verbindungen von Nervenzellen der Großhirnrinde gehören zu dieser Klasse, und nur etwa zehn bis zwanzig Prozent der Eingänge stammen unmittelbar aus den Sinneszellen. “Die Sinnessysteme und damit die Signale aus der umgebenden Welt werden somit nur über eine sehr kleine Fraktion von Verbindungen in die Großhirnrinde vermittelt. Das System beschäftigt sich hauptsächlich mit sich selbst: achtzig bis neunzig Prozent der Verbindungen sind dem inneren Monolog gewidmet.”[13]
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“Die Fähigkeit des Gehirns, prädikative Modelle von noch ausstehenden Ereignissen zu bilden, um sich schneller anpassen zu können, ist relativ rezent. Aber wenn es einmal ein System gibt, das auf der Basis von Erfahrung solche prädikativen Modelle entwickeln kann, was die Speicherung von Erfahrungsinhalten voraussetzt, dann muss es kombinatorisch spielen können. Was als Repräsentation internalisiert wurde, muss in verschiedene Bezüge gestellt werden, um prüfen zu können, was alles passieren könnte.”[14]
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Spielend finden wir uns nicht nur im grauen Alltag zurecht: “Das ist auch das, was ein Wissenschaftler macht, wenn er Theorien bildet, und was ein Künstler macht, wenn er etwas herstellt.[15] Der kreative Prozess in der Wissenschaft ist derselbe wie in der Kunst. Der Erkenntnisprozess der Wissenschaft fängt mit dem Generieren von Hypothesen an, die zunächst intuitiv erfasst werden, wobei sehr oft ästhetische Konsistenzkriterien zugrunde gelegt werden, die gar nicht rationalisierbar sind. Man sucht offenbar nach ganz ähnlichen Kriterien wie der Künstler: nach Stimmigkeit oder Geschlossenheit. Sehr vieles in der Wissenschaft wird von der Ästhetik dominiert. Eine wissenschaftliche Theorie wird dann vom Kreis der Eingeweihten als gültig angesehen, wenn sie erstens widerspruchsfrei mit vorhandener Evidenz ist, und zweitens, wenn sie schön ist. Sie muss einfach sein und befriedigen. Ganz ähnlich geht der Künstler vor, nur ist der Stoff, mit dem er umgeht, ein anderer. Auch der Künstler bildet die Welt ab, wie er sie interpretiert, also innerhalb eines Beschreibungssystems, er schafft neue Wirklichkeiten, neue Interpretationen, was der Wissenschaftler auch tut, wenn er ein Modell des Erfahrbaren erzeugt”;[16] er spielt mit dem Material, und “irgendwann weiß er, dass es jetzt passt.”[17]
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“Was der Künstler und der Wissenschaftler machen, ist nichts anderes, als der Neugierde und dem Verlangen nach dem kombinatorischen Spiel nachzugeben und, losgelöst vom utilitaristischen Alltagsgeschäft des Lebens, dieses kombinatorische Spiel weiter zu spielen. Dadurch entstehen Modelle der Welt. Dieses Spiel ist offenbar so tief in der Architektur des Gehirns verankert, das es gespielt werden muss, wenn das System überhaupt sinnvoll zum Lösen von Alltagsproblemen eingesetzt werden soll. Manche spielen das sehr gut, manche weniger, aber alle spielen. Insofern ist jeder, der wahrnimmt, in gewissem Sinne ein Künstler, weil er Modelle von der Welt erzeugt, interpretiert und selber seine Stimmigkeitskriterien generiert.”[18]
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Oder Determination?
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Das Wahrnehmen erscheint als Leistung nicht nur eines spontanen Subjekts, sondern gar als die eines künstlerischen Spielers. Umso verblüffender ist die Schlussfolgerung, mit der der empirische Hirnforscher Wolf Singer in den deutschen Medien Furore macht: “Im Bezugssystem neurobiologischer Forschung gibt es keinen Raum für objektive Freiheit, weil die je nächste Handlung, der je nächste Zustand des Gehirns immer determiniert wäre durch das je unmittelbar Vorausgegangene.”[19] Was ihm im Bezugssystem neurobiologischer Forschung offenbar niemand bestreitet und was außerhalb dieses Bezugssystems ihm zu bestreiten niemand nötig hat, will Wolf Singer aber innerhalb dieses Bezugssystems nicht belassen: “Unaufschiebbar werden schon jetzt Überlegungen über die Beurteilung von Fehlverhalten, über die Beurteilung von Schuld und unsere Begründungen von Strafe.”[20]
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Wie kam es zu dieser Wendung? Anlass war “das so genannte Bindungsproblem”; der Umstand nämlich, dass die Forscher keine ‚Stelle’ finden können, an der die Synthesis vollzogen wird. Da sitzt kein Richter, der ‚jetzt’ sagt und ‚es gilt’. “Die Ergebnisse der vielen, gleichzeitig ablaufenden Sinnesfunktionen werden parallel an die ebenfalls zahlreichen exekutiven Zentren
weitergegeben, ohne dass vorher alle Informationen an einem Ort zusammen geführt würden. Wie dennoch ganzheitliche Wahrnehmung und wohl koordinierte Bewegungen zustande kommen, ist unklar. Es muss Metarepräsentationen für die Ergebnisse dieser Teilprozesse geben, doch diese können ebenfalls nur nichtlokale Gebilde sein, also wiederum einem distributiven Prinzip folgen. Wir vermuten, dass die Einbindung verteilter Neuronengruppen in diese Metarepräsentationen durch zeitliche Synchronisation neuronaler Antworten erfolgt.”[21] Es sei “eine Illusion, das wir im Gehirn ein Kommandozentrum haben, in dem das Ich residiert und wertet, entscheidet und befiehlt. Stattdessen müssen wir uns das Ich als einen räumlich verteilten, sich selbst organisierenden Zustand denken”.[22] “Die Annahme, wir seien voll verantwortlich für das, was wir tun, weil wir es ja auch hätten anders machen können, ist aus neurobiologischer Perspektive nicht haltbar. Neuronale Prozesse sind deterministisch. Dieses Wissen muss Auswirkungen haben auf unser Rechtssystem, auf die Art, wie wir Kinder erziehen und wie wir mit Mitmenschen umgehen.”[23]
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Welche Auswirkungen? Ist mein Gehirn jemand anders als ich selbst? Wenn mich ein Rüpel belästigt, ist also nicht er selber schuld, sondern sein Gehirn. Wenn ich ihm dafür in den Steiß trete, dann spürt er meinen Fuß zwar am Steiß - aber es ist sein Hirn, das ihn spürt. So bleibt alles wie gehabt: Der Schuldige kriegt, was er verdient. Man sieht gar nicht ein, welches die praktischen Konsequenzen aus Wolf Singers Entdeckungen sein könnten, und warum er davon so viel Aufhebens macht.
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Es bleibt die wissenschaftliche Frage nach dem Subjekt des Erkennens und der Willensbildung. Doch zu der trägt das “so genannte Bindungsproblem” überhaupt nicht bei. Denn was würde sich ändern, wenn die Hirnforscher ein ‚Zentrum’ hätten lokalisieren können? Gar nichts. Wolf Singer würde sagen, dass die “Ursache für die je folgende Handlung der vorangehende Gesamtzustand” - eben nicht des Gehirns, sondern – ‚des Zentrums’ ist.[24] Ob es sich, empirisch betrachtet, um einen systemischen Prozess oder um einen punktuellen Akt handelt, spielt für die Frage der Spontaneität der Synthesis überhaupt keine Rolle - sondern nur, ob er von einem Anderen ‚determiniert’ werden kann. Das hat Wolf Singer zwar bisher nicht behauptet. Es läuft aber darauf hinaus, er hat es bloß noch nicht gemerkt. Denn was er wirklich sagen will, ist dies: das eine bestimmte neuronale Verschaltung einen bestimmten Vorstellungsgehalt - und nur diesen – ‚determiniert’. Auf etwaige ‚neuronale Korrelate für Sinngehalte’ angesprochen, erklärt er, “dass unterschiedlichen Gedanken verschiedene neuronale Aktivitätsmuster zugrunde liegen. Kein Gedanke ohne Substrat. Allem, was begrifflich trennbar ist, müssen unterschiedliche Gehirnzustände entsprechen.”[25]
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Dies ist der einzige rationelle Sinn, den die Rede von ‚Determination’ in diesem Zusammenhang haben kann: dass die Bedeutungen “Abbilder” von Sachverhalten seien. In den herkömmlichen Abbildtheorien sollten es die Dinge der Außenwelt sein, die vom Denken ‚abgebildet’ würden. Hier ist es ein innerer Zustand. Aber dieser Unterschied ist sekundär und nur vorläufig. Denn wenn es den Hirnforschern wirklich gelänge, den ‚Umschlag’ oder ‚Übergang’ vom (physiologischen) Fakt zum (logischen) Sinn mit Hilfe ihrer modernen ‚bildgebenden’ Verfahren darzustellen, dann wäre er im Prinzip auch andern Arten der Bearbeitung zugänglich - und dann käme die ‚Determination’ von außen.
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Ausschlaggebend wäre nur, dass der Übergang ein stetiger ist: Bei Naturvorgängen “gibt es nirgends Sprünge”![26] Und wenn dem so ist, lässt sich die Determinationskette auch
umkehren. Wenn ich das Wort ‚Stetigkeit’ sage und mein Gesprächspartner bemüht sich zu verstehen, so müßte sich in dem Maße, wie sein Vorstellungsvermögen den Bedeutungsgehalt ‚Stetigkeit’ realisiert, in seinem Hirn das zugehörige neuronale Substrat einstellen. Durch die Wortbedeutung würde also ein bestimmter physiologischer Zustand ‚determiniert’. Dann wäre die Wortbedeutung ein Objektivum (mit welchem Substrat?) und die Hirnforschung hätte auf empirischem Weg die platonische Ideenlehre bewiesen.[27] Eine unerwartete Wendung! Oder doch nicht? Immerhin hat der Kernphysiker Robert Havemann schon vor vierzig Jahren darauf hingewiesen, dass der mechanische Materialismus nur eine Spielart des objektiven Idealismus ist.[28]
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[1] Andreas Engel u. Wolf Singer, “Neuronale Grundlagen der Gestaltwahr-nehmung” in: Spektrum der Wissenschaft, Dossier 4/1997, S. 67
[2] Singer, “Früh übt sich… Zur Neurobiologie des Lernens” in: Mantel, G., (Hg.), Ungenutzte Potentiale, Mainz usw., 1997; S. 45
[3] Engel u. a., “Neuronale Grundlagen…” ebd
[4] Singer, “Früh übt sich…” ebd
[5] ders., “Wahrnehmen ist das Verifizieren von vorausgeträumten Hypothesen” in: Ein neues Menschenbild?, Frankfurt a.M. 2003; S. 70
[6] ders., “Das Bild im Kopf - ein Paradigmenwechsel” in: Ganten, D. (Hg.), Gene, Neurone, Qubits & Co., Stgt. u. Heidelberg 1999, S. 269
[7] ders., “Wahrnehmen ist das Verifizieren…” aaO, S. 71
[8] ders., “Vom Gehirn zum Bewusstsein”, in: Der Beobachter im Kopf, Ffm, 2002, S. 72
[9] ders., “Das Bild im Kopf…” aaO, S. 275
[10] ders., “Vom Gehirn zum Bewusstsein” aaO
[11] ders. in: Ein neues Menschenbild? S. 67
[12] Kant, KrV B 130
[13] Singer, “Das Bild im Kopf…”, aaO S. 274
[14] ders, “Wahrnehmen ist…” aaO S. 84
[15] ebd
[16] ebd S. 80
[17] ebd S. 84
[18] ebd
[19] Singer, “Vom Gehirn zum Bewusstsein”, aaO, S. 75
[20] ebd S. 75f.
[21] Singer, “Wir benötigen den neuronalen Kode” ebd, S. 42
[22] ders., “Vom Bild zur Wahrnehmung”, in: Ch. Maar, H. Burda (Hg.), Iconic Turn, Köln 2004, S. 75f.
[23] Singer, “Vom Gehirn zum Bewusstsein”, aaO, S. 75
[24] ders, “Das Ende des freien Willens?” in: aaO, S. 32f. - Ein reelles Ich identifiziert sich dadurch, dass es eine Geschichte hat.
[25] ders., “Wer deutet die Welt?” in: aaO, S. 15. - Was haben die Begriffe hier zu suchen? Welchen Grund gibt es - unter der Prämisse eines systemischen Prozesses -, jede Einzel-Vorstellung in einem jeweiligen ‚Zustand’ des Gesamt-Systems ‚Ding-fest’ zu machen? Das wirkliche Denken geschieht ja gar nicht in Begriffen, sondern in einer Kaskade unfasslicher Bilder. Begriffe treten erst in der Reflexion hinzu - und die ist eine Auseinandersetzung des Gesamtsystems mit sich selbst; ein Seitenwechsel, ein ‚Sprung’. Und nur so kommt auch die Vorstellung eines Ich ‚zu Stande’.
[26] ebd, S. 26
[27] In der Assoziationspsychologie des “Eleaten” J. Fr. Herbart wirken ‚Vorstellungsmassen’ tatächlich ‚ursächlich’ aufs individuelle Denken: “Vernunft heißt Vernehmen.” Natürlich verwarf auch Herbart den freien Willen und meinte, die Kant’sche Erkenntniskritik überwunden zu haben.
[28] “Naturwissenschaftliche Aspekte philosophischer Probleme” in: Robert Havemann, Dialektik ohne Dogma? Reinbek 1964, S. 27ff.